Wo kachelt Alice Schwarzer den Mann hin?

Mit dieser Frage und dem Versprechen, an dem Thema auch im kommenden Jahr dran zu bleiben, verabschiede ich mich von allen Kolleginnen und Kollegen dieses Blogs für den Rest des Jahres. Natürlich gehe ich nicht ohne ein Jahresausklangslied.

Straftatverdacht gegen Journalisten und Polizeibeamte wegen Anstiftung zur und Verletzung des Dienstgeheimnisses in Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern

Wenn jemand meint, der strafrechtlich relevante Informationshandel mit Interna aus Ermittlungsakten sei ein „lex speciales“ im Kachelmann-Prozess, der hat sich getäuscht. Über einen neuen Fall strafbaren Handelns von Polizisten mehr auf meiner Webseite.

Alice Schwarzer bald nicht mehr BILD-Topjournalistin im Kachelmann-Prozess?

Bisher hat die BILD-Zeitung nach Prozesstagen gegen Kachelmann immer mit einem lustigen Artikel ihrer Topjournalistin Alice Schwarzer den Weg zu ihren Lesern genommen. Und plötzlich bleibt sie – nach den letzten beiden Schreiverhandlungstagen – einfach weg. Als Nichtstammleser dieses Blattes hatte ich so eine Freude an ihren Ergüssen gehabt, dass ich nun besorgt bin, um zukünftige Genüsse aus ihrer Feder gebracht zu werden. Die Sorge ist berechtigt, wenn man die Freispruchsprognose der BILD vom heutigen Tage liest.

Schreib uns weiter in die Augen Kleines, was wäre der zu erwartende Freispruch ohne Dich!

Von Dumpfdreistigkeit mancher Staatsanwälte

Der Berliner Kollege, Rechtsanwlt Hoenig, berichtet gerade sehr anschaulich von der eigenwillig-dumpfen Verhaltensweise eines Staatsanwalts. Das scheint öfters vorzukommen, ich kenne das auch und kann noch was beisteuern:

Ich berichtete über einen Befangenheitsantrag wegen dem merkwürdigen Verhalten einer Richterin in einer Jugendstrafsache, die meinte, den Angeklagten mal kräftig auf die Finger hauen zu müssen, obwohl der Freispruch eigentlich auch für sie schon ersichtlich sein musste. Dennoch bot sie „großzügig“ Ermahnung und Einstellung gegen Geständnis statt satter Verurteilung an. Und der Staatsanwalt war der Initiator, weil er meinte, der Fall sei schon genügend durch die Medien gezerrt worden, die Angeklagten hätten an einer Neuauflage sicher auch kein Interesse.  Ach ja, so ganz nebenbei räumte er ein, die Anklage decke sich wohl nicht so ganz mit den Ermittlungen. Aber die habe er auch nicht verfasst und unterschrieben. Tatsächlich hatte er kein Interesse, seiner gesetzlichen Pflicht nachzukommen, und das unter dem unwirtschaftlichen Motto: Koste es, was es wolle. Die Medien fürchtete er wohl mehr als die Angeklagten, wenn die von einem Freispruch berichten würden. Irgendwie dumpf-dreist. Oder etwa nicht?

Alice Schwarzer kürt Kachelmanns Verteidiger zum Husaren

Nun scheint es um die  BILDente Alice Schwarzer endgültig geschehen zu sein. Mit offener Verachtung betitelt sie Verteidiger Schwenn nun als  „Krawall-Anwalt“  und kürt ihn gleichzeitig anerkennend zum Husaren. Denn er hatte dem armen Sachverständigen Prof. Seidling den Aktenkoffer samt unzähligen Protokollen der Therapiesitzungen mit dem vermeintlichen Opfer über das Gericht beschlagnahmen lassen.

Um den Widerspruch zwischen abfälligen Äußerungen (Krawall-Anwalt) und anerkennender Bewunderung ( Husar Schwenn entriss Aktenkoffer im Husarenstreich) auf die Sprünge kommen zu können, zog ich – zum wiederholten Mal – einen Liebespsychologen zu Rate.

Der Experte meinte, dass der Wechsel zwischen verachtenden und anerkennenden Äußerungen für pubertierende Jugendliche typisch sei, da sie im Wandel der Gefühle noch nicht genau wissen, was Fisch und Fleisch sei. Da  Alice Schwarzer aber die Phase der Pubertät bereits etliche Tage überschritten habe, bestätigt das seine bereits geäußerte Annahme tief verwurzelter Depressionen. Ihre Anti-Depressiva-BILDtherapie habe noch nicht gegriffen. Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten, auch könne er nicht völlig ausschließen, dass ihre Ablehnung Ausdruck tief empfundener Zuneigung zu dem Krawall-Anwalt Schwenn sei. Denn vielleicht sieht sie eine gewisse Nähe zu ihren Krawall-Auftritten in diesem Prozess und glaubt darin eine innere Verbundenheit mit dem Husaren zu sehen.

Die weitere Entwicklung bleibt also spannend.