Die Neue Justiz – Wetterfrosch J. Kachelmann und seine Richterin: Bildente A. Schwarzer

Bevor die Medien die Öffentlichkeit wach küssten und den Wetterfrosch J. Kachelmann als Liebesprinz zahlreicher Frauen enttarnten, ihn in erster und letzter Instanz der Vergewaltigung einer Prinzessin schuldig sprachen, gab es für die Urteilsfindung Gerichte.  Ganz unten standen die Amtsgerichte,  dann kamen die Landgerichte. Und über ihnen thronten die Oberlandesgerichte und der BGH, die die Urteilsergebnisse ihrer Kolleginnen und Kollegen aus den niederen Instanzen kritisch unter die Lupe nahmen und ihnen gelegentlich um die Ohren hauten. Damit ist nun endlich Schluss. Wir haben eine Neue, Mediale Justizordnung.

Alice Schwarzer ist   in der Robe einer Bildente auf der medialen Gerichtsbühne erschienen. Auch wenn sie es so nicht ausspricht, der Eindruck vom unerschütterlichen Willen zur  Schuldsprechung in einziger und höchster Instanz einer selbsternannten, Neuen Medialen Deutschen Justiz drängt sich auf.  Glamourös schon jetzt der revolutionäre Mediensieg über die alte Gerichtsordnung.

Endlich ist hier Feierabend mit den alten rechtsstaatlichen Grundsätzen der Unschuldsvermutung oder der Bindung der Richter an Recht und Gesetz. Als medial gewählte,  richterliche Bildente scheint ihr Wille zur Verurteilung oberste Priorität zu haben.  Das richterlich richtige  Ergebnis bei der Wahrheitsfindung bestimmt sich nicht mehr an den Gesetzen, sondern an der Höhe verkaufter Zeitungsexemplare. Oder ist sonst ein Grund für die ausgebrochene Massenhysterie erkennbar?

Steht hier ein Wetterfrosch als Angeklagter vor einer Bildente als seine Richterin?  Der Wetterfrosch ist wohl eher der Stein, die Bildente das Werkzeug, mit dem die Neue Mediale Justiz ihn zum  Billigkunstwerk behauen lässt und durch Verkauf Millionengewinne für die Verlage einfährt.

Die alte Justiz erweist sich jetzt schon als Verlierer. Sie ist der Sache nicht mehr gewachsen. Sie ist nicht in der Lage, Verfahrensakten vor geilen Medienaugen unter Verschluss zu halten. Und wie sollen Richter Unvoreingenommenheit wahren können, wenn sie täglich mit medialen Vermutungen und Halbwahrheiten zu Schuld und Unschuld des vermeintlichen Täters oder zur Glaubwürdigkeit vermeintlicher Opfer zugemüllt werden.

Vielleicht macht diese Entenjagd manch einem Freude. Mir macht sie Angst.

Kommentare

3 Kommentare zu “Die Neue Justiz – Wetterfrosch J. Kachelmann und seine Richterin: Bildente A. Schwarzer”

  1. Kuehn am 28.09.2010 um 07:12 Uhr

    Hi, Du Verteidiger von Berlin,

    Euer Blog ist ja richtig lesenswert.
    Wie beim Zeitung lesen habe ich natürlich hinten angefangen.
    Dein Mitkämpfer hat echt schriftstellerische und/oder kabarettvorlagereife Fähigkeiten.

    Weiter so, gib´s ihnen …

    http://www.badische-zeitung.de/debatte-x3x/alice-schwarzer-verkauft-ihre-seele–35085994.html

  2. Bindner am 30.09.2010 um 18:24 Uhr

    Das kann doch nur der „Wahrheitsfindung“ dienen, Frau A.Schwarzer ist doch die Hüterin der Wahrheit, wenn es um Männer und ähnliche Scheusale geht! – Noch nicht gewusst?

    Übrigens: schöner Hinweis von !

    (Aber vielleicht war er es ja doch! – Ich möchte hier mal nicht Richter sein)

    So und nun macht Euch an die Verteidigerei!

  3. Freispruch Kachelmann aufgehoben – die Abrissbirnen toben weiter - Rechtsanwalt Ulrich Dost am 13.05.2013 um 13:33 Uhr

    […] Im Oktober 2010 schrieb ich kurz nach Beginn und lange vor Ende des Kachelmann-Prozesses in einem Beitrag […]

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