Zapfenstreichaufmarsch zur Guttenbergschen Nachtruhe ändert nichts an drohenden Kriegseinsätzen

Karl Theodor zu Guttenberg ist nun der Zapfenstreich musiziert worden, der ihm damit in alter militärischer Tradition am frühen Abend die Nachtruhe als Kriegsminister verordnet hat.  Das sei das Ergebnis von Jagdrausch und Hass entrüstet sich Papi zu Guttenberg und sicher noch einige andere  von BILD infizierte, souveräne Lichtgestalten. Und einige Medien meinen, ihren Lesern vermutetes Leid der Stephanie zu Guttenberg tränenreich näher bringen zu müssen. Auf der anderen Seite agiert das Heer der Geifernden, die sich früh auf allen möglichen Internetplattformen in terroristischer Manier zusammenrotteten und ihre Freude seines Sturzes wegen einem Orgasmus gleich austobten.

Nicht zuletzt gibt es noch die Bundeswehr, die den Großen Zapfenstreich traditionell zur Ehrung besonderer Persönlichkeiten trällert. Hier frage ich mich, warum niemand fragt, was  zu Guttenberg geleistet haben mag, um ihn als Persönlichkeit durchwinken zu können und was zu ehrendem Trällerkonzert veranlasst: das Doktorplagiat wohl eher nicht. In Ehre schied er jedenfalls nicht aus. Die Bundeswehrreform hat er angedacht, ja. Aber kann eine geplante Militärreform, deren Umstrukturierung m. E.  die zukünftige Kriegsführung im Ausland bezweckt und den grundgesetzlichen Status als Verteidigungsarmee faktisch abschafft unsere Anerkennung als Verdienst hervorrufen? Meine jedenfalls nicht.

Die Sturmtanne hat selbst dafür gesorgt, dass ihr das Lied zur Nachtruhe gespielt wird. Das Thema ist abgehakt, smoke on the water bleibt übrig. Mir wäre es lieber, wir würden uns nun, aber schnell, mit dem eigentlich wichtigen Thema auseinander setzen um das angestrebte Ziel, die Bundeswehr für  Kriegseinsätze fit zu machen, vereiteln zu können. Das wäre dann wirklich ein Anlass für einen Großen Zapfenstreich!

Kommentare

1 Kommentar zu “Zapfenstreichaufmarsch zur Guttenbergschen Nachtruhe ändert nichts an drohenden Kriegseinsätzen”

  1. Günter Droege am 12.03.2011 um 12:28 Uhr

    Ja, wenn ich all diese Artikel in der Bild“zeitung“(sie verdient den Namen nicht! und ich habe den Fehler gemacht die roten Markierungen zu aktivieren,Würgereiz und Brechanfälle unterdrückend) schon vorher gelesen hätte, hätte mich wahrscheinlich der Hass tatsächlich übermannt-so aber in der Nachbetrachtung des Ablaufes dieser traurigen Posse um den“einzigen Politiker, den sich die Deutschen wirklich wünschen“ empfinde ich ein tiefe Genugtuung, dass wir „Deutsche“ bei all unserer Trägheit uns doch nicht alles gefallen lassen, was uns dummdreiste Politiker so gerne unterschieben würden.Der Grad der Organisation und die breite Basis im Widerstand gegen Vertuschung,Verharmlosung und Verballhornung der Öffentlichkeit ist für mich erfrischend zum erwarteten Medienkrieg der Bild und sonstigen Springerblättchen zur Stützung der fränkischen Sturmtanne und seinen Rückzugsgefechten. Die Oberfrechheit ist dann seine gestelzte Abschieds-bzw.Rücktrittsrede. Hier zeigt er vordergründig Reue, die er aber in wortreichen Ausschweifungen selbst hinterfragt und sich letztendlich doch wieder als Wahrer der Wahrheit und des Anstandes anbiedert und eigenes Fehlverhalten, Nordafrikakrise und tote Soldaten so wüst miteinander verbindet, dass man sich fragen muss, ob das Sprachprogramm der Festplatte einen nachhaltigen Schaden erhalten hat!! Was ein Glück , dass die Erdbeben und der Tsunami in Japan und die sich anbahnende Atomkatastrophe nicht von ihm vorauszusehen waren, sie hätten hervorragend in seine Reuerede gepasst. Da sollte in der Zeit der Reue und dem „in sich gehen“ eine Neuinstallierung stattfinden!Wenn ich aber lese,dass auch schon wieder ein Buch „mit eigenen Gedanken“ ansteht, ahne ich warum auch die Märsche vom „König Ludwig2.“ und „Großer Kurfürst“ zum Rauch über dem Wasser gespielt wurden- „Der König ist tot, es lebe der König“. Da kommt noch eine Version „GT Reloaded“ auf uns zu.
    So genug des Geifers, ich brauche noch Kraft für diese kommende Zeit und noch die Hoffnung, dass wir Deutsche wirklich keine Soldaten mehr in Kriegen abstellen.
    Gruß Günter

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