Kachelmanns Täterschaft steht durch Eheschließung fest

Am ländlichen Mannheimer Gericht werden im Prozeß gegen den Wetterfrosch seit Monaten neue Regeln der Beweisführung zur Feststellung der Täterschaft durchexerziert. Im Kern wird der Täter mit Aussagen von Zeugen überführt, die zum Tatgeschehen nichts bezeugen können.  Und das geht so:

Wenn etwa Lausemädchen Y aus der Schweiz oder meinetwegen aus Neuguinea aussagt, sie habe sich gewalttätigen Sexualpraktiken bis hin zur Vergewaltigung ausgesetzt gesehen, ist das der Beweis für die Vergewaltigung von Lausemädchen Z in irgendeinem deutschen Kaff. Diese Unlogik erschließt sich zwar keinem Juristen, der Normalbürger kann es nicht nachvollziehen, auch Rechtssprechung und § 261 StPO sehen solchen Unsinn nicht vor. Aber wir haben eben unabhängige Richter am ländlichen Gericht, denen die gesetzlichen Beweisführungsregelungen offensichtlich schnurz piep egal sind. Nach deren Verständnis jedenfalls lässt sich aus Lausemädchenaussagen von A-Y die Vergewaltigung durch Kachelmann an Lausemädchen Z belegen.

Kachelmann scheint immer noch nicht die Beweisführungsraffinesse seiner Provinzrichter durchschaut zu haben, was angesichts ihres praktizierten Unfugs auch wirklich nicht einfach ist. Hätte er sie durchschaut, wäre die Hochzeit mit dem Leipziger Lausemädchen– jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt -unterblieben. In der Logik praktizierter Beweisführungsregeln Mannheimer Richter überführt sich Kachelmann durch Heirat selbst der Vergewaltigung: Eine Heirat nur, um unliebsame Lausemädchenaussagen zu vereiteln. Das ist, jedenfalls in Mannheim, logisch. Nein, so leicht lassen sich die Mannheimer von einem Wetterfrosch nicht ein schönes Hoch trotz bestehenden Tief einreden. Dummer Wetterfrosch. Und Alice Scwarzer wird zum wiederholten Male rufen: „Männer sind Schweine“.

Kommentare

10 Kommentare zu “Kachelmanns Täterschaft steht durch Eheschließung fest”

  1. klabauter am 28.03.2011 um 14:33 Uhr

    Nette Polemik. Abgesehen davon, dass es Rechtsprechung und nicht Rechtssprechung heißen sollte, wäre Ihnen als Strafverteidiger vielleicht zu empfehlen, solche Entscheidungen eines anderen ländlichen Gerichts wie z.B. BGH 4 StR 22/10 zur Kenntnis zu nehmen. Die tragen ungemein zur Erhellung bei, weshalb auch das Vorleben eines Angeklagten manchmal etwas genauer unter die Lupe genommen werden soll. So als kleiner, von Ihnen ja erwünschter Wissenstransfer.

  2. kai am 28.03.2011 um 15:40 Uhr

    Ich finde die Darstellung verwirrend.
    Woher kommt die Feststellung, dass das Mädchen aus Leipzig ein Lausemädchen ist? Wer oder wo wird gesagt, dass es o.a. Handlungen mit dem Leipziger Mädchen gibt?
    Und Bild.de zum Zitieren nehmen ist etwas mehr als unterirdisch peinlich, finde ich.

  3. Malte am 28.03.2011 um 16:47 Uhr

    @kai: ist ihnen da möglicherweise der ironisch bis sarkastische grundton des ganzen artikels entgangen? und warum sollte man nicht auch schlechte zeitungen zum zitieren nutzen? wobei ich hier auch kein zitat, sondern nur einen link finde. dies sind ja zwei verschiedene dinge.

    Verwirrend finde ich die Darstellung auch nicht, sondern einfach les- und nachvollziehbar.

  4. gonzales am 28.03.2011 um 17:20 Uhr

    Jedes Mädchen ist tief in seinem Innern ein Lausemädchen. Selbst die scharfe Alice.

  5. RASchleicher am 28.03.2011 um 18:38 Uhr

    @klabauter u. kai: Humor- und Ironieverständnis scheinen manche mit Beginn des Jurastudiums gegen den Schönfelder und Besserwisserei eingetauscht zu haben.

  6. klabauter am 29.03.2011 um 06:26 Uhr

    Ui, da hab ich vor lauter Schönfelderauswendiglernen (war grad bei Nr. 50 angekommen) den Humor und die Ironie in diesem Satz doch glatt übersehen:
    „Diese Unlogik erschließt sich zwar keinem Juristen, der Normalbürger kann es nicht nachvollziehen, auch Rechtssprechung und § 261 StPO sehen solchen Unsinn nicht vor.“

  7. Malte am 29.03.2011 um 09:10 Uhr

    Klabauter… ist ein solches Ausmaß an Humorlosigkeit eigentlich schmerzhaft? Aber schön, dass Du das Klischee des trockenen und haarespaltenden Juristen so gut fütterst. Applaus, das ist ganz großes Kino!

  8. klabauter am 29.03.2011 um 11:54 Uhr

    Nö, schmerzhaft finde ich nur kriecherische Blogbeiträge a la „…sondern einfach les- und nachvollziehbar“. Und trockene und haarespaltende Juristen, die auf den Unterschied zwischen Zitat und link hinweisen müssen.

  9. ulrichdost am 29.03.2011 um 11:59 Uhr

    zu malte: klabauters Humorlosigkeit schmerzt ihn nicht.l Die Schockwirkung des Beitrags unterdrückt ihn. Nicht anders als bei einem Schleudertrauma nach einem Auffahrunfall. Durchaus menschlich und medizinisch erklärbar.

  10. Malte am 29.03.2011 um 19:36 Uhr

    @ulrichdost: vielen dank, das erklärt so einiges. insbesondere auch die tatsache, dass klabauter mich für einen juristen hält. das ist ja fast schon beleidigend 🙂

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