Untersuchungshaftanstalt Berlin Moabit – Hort zum Wegsperren, nicht des Schreibens und der Besinnlichkeit

Wie der Kollege Hoenig gerade berichtete, hat er in einer U-Haftanstalt einen Tagebuch schreibenden Mandanten einsitzen. Die Eintragungen im Tagebuch sind erschreckend, obwohl sie mich nicht mehr erschrecken sollten. Decke angucken, Fußboden angucken, Wand angucken. Man muss eben nicht erst den Blick auf amerikanische, türkische oder russische Haftorte richten, um eine Gänsehaut zu bekommen.

Und dennoch gäbe es eine Alternative: die drei Leitzordner Verfahrensakten angucken, die ihm der Kollege Hoenig hinschleppte. So lange kein Fernseher und kein Radio da sind, wären dafür optimale Voraussetzungen gegeben. Aber vielleicht trägt das auch nicht wirklich zu mehr Besinnlichkeit bei. Für die Verteidigungsvorbereitung würde es dennoch Sinn machen, so schwer es in einer solchen Lebenssituation auch fallen mag.

Respekt vor Richtern und Staatsanwälten im Kachelmann-Prozess

Rechtsstaatlichkeit und Unvoreingenommenheit, das  ist das, was anschaulich und in bemerkenswerter Weise Richter und Staatsanwälte dem Kachelmann-Prozess vorenthielten. Auch Alice Schwarzer zeichnete sich durch selten  so deutlich hervortrende Inkompetenz aus. Und dennoch gebührt ihnen allen unser besonderer Respekt, wie hier nachzulesen ist.