Von Dumpfdreistigkeit mancher Staatsanwälte

Der Berliner Kollege, Rechtsanwlt Hoenig, berichtet gerade sehr anschaulich von der eigenwillig-dumpfen Verhaltensweise eines Staatsanwalts. Das scheint öfters vorzukommen, ich kenne das auch und kann noch was beisteuern:

Ich berichtete über einen Befangenheitsantrag wegen dem merkwürdigen Verhalten einer Richterin in einer Jugendstrafsache, die meinte, den Angeklagten mal kräftig auf die Finger hauen zu müssen, obwohl der Freispruch eigentlich auch für sie schon ersichtlich sein musste. Dennoch bot sie „großzügig“ Ermahnung und Einstellung gegen Geständnis statt satter Verurteilung an. Und der Staatsanwalt war der Initiator, weil er meinte, der Fall sei schon genügend durch die Medien gezerrt worden, die Angeklagten hätten an einer Neuauflage sicher auch kein Interesse.  Ach ja, so ganz nebenbei räumte er ein, die Anklage decke sich wohl nicht so ganz mit den Ermittlungen. Aber die habe er auch nicht verfasst und unterschrieben. Tatsächlich hatte er kein Interesse, seiner gesetzlichen Pflicht nachzukommen, und das unter dem unwirtschaftlichen Motto: Koste es, was es wolle. Die Medien fürchtete er wohl mehr als die Angeklagten, wenn die von einem Freispruch berichten würden. Irgendwie dumpf-dreist. Oder etwa nicht?

Kommentare

5 Kommentare zu “Von Dumpfdreistigkeit mancher Staatsanwälte”

  1. Lektor am 13.12.2010 um 11:33 Uhr

    „…wegen dem???

  2. ulrichdost am 13.12.2010 um 12:57 Uhr

    Frage unverständlich.

  3. K. Duden am 13.12.2010 um 15:43 Uhr

    @ Lektor: „Wegen + Dativ“ ist hier offenbar Absicht.

    @ mitlesende Schulkinder: Ihr dürft sowas aber noch lange nicht!

  4. wstell am 13.12.2010 um 16:39 Uhr

    @ K.Duden: Ach, doch, das dürfen die mitlesenden Schulkinder inzwischen. Wegen mit dem Genitiv klingt sicher vornehmer, aber je nach Schreibanlass auch etwas gespreizt.

  5. ulrichdost am 13.12.2010 um 18:04 Uhr

    Na ja, da bittet ein Strafverteidiger für sich selbst um ein mildes Dudenurteil, dann es ist irgendwie eine (anerkannte?) Krankheit, sich als Jurist mehr oder weniger, wohl meist mehr als weniger, in jedem Falle gespreizt auszudrücken.

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